Robs Blog

7. Mai 2006

Die Elterngeld-Katastrophe

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Was hat sich Frau von der Leyen dabei gedacht, den Mindestbetrag von 300 Euro Elterngeld nur f�r ein Jahr bezahlen zu wollen, w�hrend bisher alle Eltern Anspruch auf zwei Jahre dieser Leistung hatten?

Vielleicht ist es ihre Fortsetzung der konservativen Zielsetzung, wonach die sozial Benachteiligten weiter verlieren und die Wohlhabenden weiter besser gestellt werden? Verlierer ist wohl auf lange Sicht die ohnehin katastrophale demographische Entwicklung in Deutschland.

Sozial schwachen Alleinerziehenden oder Familien bleibt also nach einem Jahr nur das Kindergeld von 150 Euro. Leider gibt es f�r einj�hrige Kinder in weiten Teilen Deutschlands keine Betreuungsangebote, die der Mutter erm�glichen, �berhaupt wieder arbeiten zu k�nnen. Alternativen wie Tagesm�tter kosten Geld, und zwar weit mehr als das monatliche Kindergeld.

Und wie viele Kinder soll jede Familie nach Frau von der Leyen eigentlich bekommen? Nach dem ersten Kind sind es in der Regel die M�tter, die nur in Teilzeit zur�ck in ihren Beruf gehen. Kommt dann das zweite Kind, wird das Elterngeld nach den derzeitigen Pl�nen nur zwei Drittel des Teilzeitgehalts betragen � sozialer Abstieg mit Kindern vorprogrammiert.

Die Auswirkungen des Elterngeld-Experiments k�nnen fatal sein: Konsumverw�hnten Gutverdienern wird der Entwurf nicht weit genug gehen, sp�testens beim zweiten Kind wird das Modell Familie � la von der Leyen zum kalkulierbaren Risiko.
Sozial schwache oder gesellschaftlich benachteiligte Familien f�hrt die Reduzierung der ohnehin viel zu geringen Sockelunterst�tzung zur Verarmung durch Kinder � R�ckgang der Geburtenrate in dieser momentan noch geburtenstarken Schicht.

Frau von der Leyen w�rde vermutlich verst�ndnislos l�cheln angesichts dieser Gedanken, denn mit ihrer Sicht der Welt ist das nicht vereinbar. Leider existiert diese Welt nicht. Eine kinderreiche Familie und mehrere Karrieren zu vereinen funktioniert nur, wenn man schon immer Geld im �berfluss hatte wie sie. Ihre st�ndig nach vorne ger�ckte Pauschalbegr�ndung der eigenen Erfahrung mit vielen Kindern disqualifiziert sie in meinen Augen geradezu f�r ihr derzeitiges Amt als Familienministerin, wenn man sich vor Augen h�lt, aus welch verzerrter Perspektive sie die Welt angesichts ihrer Biographie sehen muss.

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Anonymous Sebastian Wallroth meinte... am 25.5.06

Hi Rob,

vermutlich meinst Du nicht das Elterngeld, sondern das Erziehungsgeld. Eine �bersicht habe ich auf der Webseite des Miniseriums gefunden: http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche/Familie/leistungen-und-foerderung.html

Ich habe aber immer noch nicht verstanden, wogegen Du protestierst.
 
 

Blogger Rob :: robshuette.blogspot.com meinte... am 25.5.06

Hallo Sebastian,

das Erziehungsgeld ist das derzeitge
Modell, 300 Euro �ber zwei Jahre f�r jedes Kind (div. Sonderregelungen und Einkommensstaffeln gibt es nat�rlich zu beachten).

Das Elterngeld ist das ab 2007 geplante neue Modell - das Erziehungsgeld wird es dann nicht mehr geben. Nach derzeitigen Pl�nen wird es im Vergleich zum jetzigen Modell die von mir beschriebenen Verschlechterungen f�r Eltern mit geringem oder keinem Einkommen geben. Bei mittleren Einkommen ergibt sich rein rechnerisch keine Verbesserung zum jetzigen Modell des Erziehungsgeldes.
Ob das Elterngeld f�r Paare mit h�herem Einkommen einen Anreiz f�r Kinder bildet, ist spekulativ, ich bezweifle es aber unter anderem aus den Gr�nden, die ich im Post als Beispiele hatte.

siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elterngeld
Zitat: "W�hrend das bisherige Erziehungsgeld eine kindbezogene Sozialleistung war, wird das Elterngeld eine elternbezogene Lohnersatzleistung sein. Das hei�t, dass f�r Nichtverdiener, die bisher 24 Monate 300 Euro Erziehungsgeld bekommen haben, das Elterngeld eine Verschlechterung bedeutet. F�r Normal- und Gutverdienende, die bisher aufgrund mangelnder Bed�rftigkeit maximal sechs Monate Erziehungsgeld bekommen haben, ist sie eine Verbesserung."
 
 

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