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20. August 2008

Der kreative Selbstmord der Musikindustrie

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Mit der Kriminalisierung der Kreativit�t durch GEMA und IFPI (Vertreter des Urheberrechts und Lobby der Major Labels) bedroht die Musikindustrie ihre eigene Zukunft. Die juristische Beschneidung der Kreativit�t durch die Vertreter der Musikindustrie und ihre pseudo-staatlichen Interessenvertreter widerspricht einem Hauptmerkmal der modernen Popul�rkultur, n�mlich der Aneignung der Musik durch Neukombination, Sampling, Mixing oder Remixing. Produzenten und Konsumenten von Musik, Kunst und Mode k�nnen im Zeitalter von MP3 und Youtube nicht mehr voneinander getrennt werden.

Die Kulturindustrie profitiert in h�chstem Ma�e von diesen kreativen Praktiken, denn aus der Szene und von der Stra�e kommen heute die Ideen und Impulse, die morgen erfolgreich vermarktet werden. Aus dem Kinderzimmer oder der Garage auf die Konzertb�hnen der Welt, das ist keine Au�enseitergeschichte mehr. Die kreativen Einfl�sse aus der Gruppe der Konsumenten verleihen der Musik die notwendige Authentizit�t, um von der Zielgruppe akzeptiert werden. Die Jugendlichen kennen ihre Symbole und Erkennunsmerkmale instinktiv und strafen unechte Kopien durch Ignorieren ab.

Es spricht von gro�er Arroganz oder noch gr��erer Dummheit, wenn die Industrie ignoriert, dass die Konsumenten, egal ob sie kaufen oder nicht, auch f�r die st�ndige Erneuerung von Musik und Stil in der Jugendkultur verantwortlich sind.

Das krasseste Beispiel ist wohl die Kriminalisierung sogenannter Raubkopierer und eine Vermischung von organisierter Kriminalit�t mit dem Recht auf Privatkopie. Als braver K�ufer von DVDs und auch im Kino muss ich jedes Mal diese unertr�gliche Werbung �ber mich ergehen lassen, in der gezeigt wird, dass Raubkopierer im Gef�ngnis landen. In letzter Konsequenz stellt also die Unterhaltungsindustrie alle Konsumenten, von denen sie leben, unter einen Generalverdacht der Kriminalit�t! Fuck you, kann ich dazu nur noch sagen.

Auch das Vorgehen der IFPI (der Weltverband der Phonoindustrie) gegen DJs und ihre DJ-Mixe f�r Promotionzwecke ist ein Schnitt ins eigene Fleisch, der nur mit fehlendem Realit�tsbezug erkl�rt werden kann. DJs sind die besten Multiplikatoren f�r die Masse, und eine gro�e Anzahl kommerzieller Erfolge wurde durch DJs in Clubs erst bekannt macht. Anstatt f�r DJ-Mixe und deren Verbreitung klare Vorgaben zu setzen (zum Beispiel Nennung der Quellen mit Bezugsm�glichkeit, Reduzierung der Qualit�t unter die Originalqualit�t), wird die Verbreitung von DJ-Mixen pauschal als illegal deklariert und DJs werden verfolgt und abgemahnt, wie unl�ngst von der IFPI Schweiz berichtet wurde.

Dieser Artikel bezieht sich auf den GEMA Protest in Berlin Artikel.

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Robs Blog ist der Blog von Robert Schneider aus Berlin. Ich schreibe �ber DJ Musik, Unterhaltungselektronik, Xbox 360 Spiele, Berlin und Zeitgeschehen.

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