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30. September 2006
Link zum Artikel "Wut" Fernsehfilm - viel L�rm um eine schlechte Drehbuchidee Posten
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ARD, 29.9.2006, 22.00 Uhr: "Wut" - aka "Kap der Angst f�r Multikultis".
Wenn ein deutscher Fernsehfilm schon im Vorfeld heftig diskutiert wird, sollte man vorsichtig, aber auf keinen Fall euphorisch sein. Schlagw�rter wie kontrovers, politisch unkorrekt und Tabubruch gingen um. Ich habe nicht viel erwartet und wurde trotzdem entt�uscht.
Der Film handelt von einem t�rkischen und einem deutschen Jugendlichen. Der T�rke ist Anf�hrer einer Gang, verkauft Dope und drangsaliert den deutschen Cello-spielenden Softie aus reichem Elternhause. Im Verlauf des Films dringt der T�rke in das Leben des Deutschen ein und ger�t mit dessen Vater in eine Spirale gegenseitiger Gewalt, die in einer Katastrophe endet. Die Entwicklung des Plots wirkte leider konstruiert und unglaubw�rdig - ich konnte nicht nachvollziehen, warum der T�rke immer weiter in das Leben der Deutschen eindringt, auch trotz der von der Handlung bem�hten Dem�tigung und Verletzung der Ehre. Das tragische Ende wirkte dann sogar �berp�dagogisch und k�nstlich.
Hochgradig peinlich allerdings waren zwei Aspekte um die Ausstrahlung des Films herum - die anschlie�ene "Podiumsdiskussion" und die �berdeutlichen Parallelen zum amerikanischen Thriller "Kap der Angst".
Die Podiumsdiskussion versammelte neben einer hohle Phrasen daherquatschenen Sandra Maischberger typische Opfer und T�ter von Gewaltkonflikten zwischen deutschen und ausl�ndischen Jugendlichen. Perfide und d�mmlich dabei die Rollenverteilung, denn auch im Publikum waren die Deutschen die Opfer und die Ausl�nder die T�ter. W�hrend der Film wenigstens nur eine - wenn auch an den Haaren herbeibezogene - einzelne Begebenheit erz�hlt, wurde auf dem Podium verallgemeinert, betroffen Multi-Kulti-Klischees strapaziert und allgemeine Ratlosigkeit demonstriert, dass es schon fast wieder lustig wirkte.
Zum Schluss noch einmal zur�ck zum Film. An jedem zweiten "Tatort" regt mich die Einfallslosigkeit der Drehb�cher auf. Da wird von amerikanischen Blockbustern kopiert, was das Zeug h�lt. Egal ob es Themen oder Charaktere sind, manchmal sogar ganze Rahmenhandlungen (Die Ermordung der Eltern von Kommissarin Andrea Sawatzki war eine freche "Sieben"-Kopie, wie ich finde). Hier, bei "Wut", habe ich Motive und Charaktere aus dem Robert de Niro-Thriller "Kap der Angst" wiedergefunden. Der Konflikt zwischen dem T�rken und dem Vater, das langsame Eindringen in das Haus und das Privatleben, die schleichende Verf�hrung des Kindes, das alles sind zu viele Gemeinsamkeiten, um sie ignorieren zu k�nnen.
Waren diese Spagate notwendig, um sich einfach einmal des Themas Jugendgewalt anzunehmen? H�tte man nicht Stoffe mit aktuellem Bezug und Identifikationspotenzial finden k�nnen, anstatt auf reiche Vorstadtfamilien und ausl�ndische Drogendealer zu setzen, von Hollywood zu kopieren, und sogar Sandra Maischbergers Verst�ndnis-Masche an ihre Grenzen zu f�hren? Schade!
Links:
�ber den Film in Wikipedia
�ber den Film beim WDR
Labels: TV
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Robs Blog ist der Blog von Robert Schneider aus Berlin. Ich schreibe �ber DJ Musik, Unterhaltungselektronik, Xbox 360 Spiele, Berlin und Zeitgeschehen.